Mich gibt’s auch privat
„Eigentlich bin ich
ganz anders, nur komm ich so selten dazu.“
(Ödön von Horváth)
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Geboren wurde ich in Brilon (Hochsauerland). Als Sohn eines heimatverbundenen Schulmeisters wuchs ich in Dortmund auf. Ging in Berghofen zur Grundschule, wo mein Vater Rektor war. Mein Abitur machte ich am naturwissenschaftlichen Gymnasium in Schwerte/Ruhr. Obwohl meine Begabungen eher bei den Geisteswissenschaften liegen, schaffte ich es (mit Mühe) zusammen mit fünf anderen Schülern aus meiner Klasse, ohne Ehrenrunde nach neun Jahren die Hochschulreife zu erwerben. In dieser Zeit engagierte ich mich bei den Jungen Europäischen Föderalisten, organisierte den deutsch-französischen Jugendaustausch zwischen Schwerte und dem nordfranzösischen Städtchen Béthune (Pas-de-Calais). Später, während meines Studiums, war ich Mitgründer und Vorsitzender der Hochschulgruppe des Europäisch-Föderalistischen Studentenverbands (EFS) an der Ruhr-Universität Bochum. Meine Liebe zu allem Angelsächsischen entstand während der vielen Sommerferien, die ich als Jugendlicher und Student in Richmond, Surrey, südwestlich von London verbrachte. Noch heute halte ich Kontakt zur Familie meiner damaligen Gasteltern, die mir in der Phase der Spätpubertät quasi eine Nachsozialisierung als Ausgleich zu der miefig engen Situation des Deutschlands der 1950er und frühen 1960er Jahre angedeihen ließen. |
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Als junger Bursche betrieb ich Leichtathletik beim OSV Hörde (heute OSC Dortmund), der damals auf die Deutschen Meisterschaftstitel bei den Mittelstreckenläufen der Männer und beim Sprint der Damen - vor allem in den Staffeln - quasi abonniert war. Von Kindheit an bin ich dem BVB 09 verbunden. Noch heute leide ich, wenn die Borussia schlecht spielt; und genauso kann ich vor Freude heulen, wenn sie gewinnt. Begeistert singe ich den alten Jerry-and-the-Pacemakers-Song You'll never walk alone mit, bevor Norbert Dickel, der "Held von Berlin 1989" die Mannschaftsaufstellung im Stadion bekannt gibt. 1966 begrüßte ich das Team mit Tausenden anderer Fans am Dortmunder Hauptbahnhof, als es den Europapokal im Endspiel gegen den F.C. Liverpool geholt hatte. Nach den Erfolgen in Meisterschaft und Champions League Ende der 90-er Jahre fuhr ich mit meinem Fahrrad jeweils eine Ehrenrunde um den Borsigplatz, die Wiege der Borussia (eine dieser Geschichten, die meine Enkel schon jetzt mit "Haben wir schon hundert Mal gehört!" quittieren). Manchmal wundere ich mich selbst darüber, wie abhängig ich meine Gefühlslage davon mache, mit welchem Erfolg die BVB-Jungs vor den Ball treten. Beim entscheidenden Spiel der Saison 2010/2011 war ich im Stadion, als Dortmund am 30. April 2011 gegen den 1. FC Nürnberg die 7. Deutsche Meisterschaft perfekt machte. Zu beobachten, wie die Südkurve bebt, verursacht Gänsehaut. Und auch bei der diesjährigen Meisterschaftsfeier war ich natürlich auf dem Borsigplatz, um die Mannschaft dort zu feiern. Für die Saison 2011/2012 hat mein Sohn Tim für uns beide eine Dauerkarte ergattert: wir sind gespannt, wie die Mannschaft abschneidet. Das Schöne daran, ein Dortmund-Fan zu sein: wir haben bereits einen Stern. Übrigens: ich gehöre nicht zu den Schalke-Hassern. Wie man in Köln sagt: "Man muss auch jönne könne!" (wenn's nicht grad ein Sieg von S 04 gegen Dortmund ist) |
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Heute lebe ich mit meiner Frau Gisela dort, wo ich in meiner Kindheit so gern gespielt habe: am Lohbach, wo wir im Grünen ein Haus ganz nach unseren Bedürfnissen - und denen von Kater Maxi sowie der Kätzchen Trixi und Lucky (letztere sind leider schon gestorben) - gebaut haben.
Unsere Kinder sind längst erwachsen - und mittlerweile sind wir schon zum dritten Mal Großeltern. Unsere liebste Freizeitbeschäftigung ist das Radfahren; in nur 25 Minuten sind wir von Berghofen aus in der Dortmunder Innenstadt oder in den wunderschönen Ruhrwiesen bei Schwerte. Besonders gern besuchen wir den Rombergpark, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als "englischer Landschaftspark" angelegt wurde und Mitte der 1920er Jahre durch einen Botanischen Garten erweitert wurde. Ab und zu spiele ich Pétanque auf einer der von der Stadt Dortmund herrlich angelegten Boule-Bahnen - das erhält die Erinnerung an schöne Frankreich-Urlaube aufrecht. |
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Das Ruhrgebiet ist unsere Heimat, mit der wir uns identifizieren. Den Großraum betrachten wir als Einheit - vergleichbar eigentlich nur mit New York, einem unserer bevorzugten Reiseziele. Wir nutzen das vielfältige kulturelle Angebot der gesamten Region - speziell die vielen Museen. Unser Hauptinteresse gilt der modernen Malerei und der Fotografie. 2009 ist das Emil-Schumacher-Museum in Hagen, das sich ausschließlich dem - häufig großformatigen - Werk des Meisters des Deutschen "Informel" nach 1945 widmet, eröffnet worden: eine echte Augenweide! |
Ein paar andere Maler der Moderne, die ich besonders schätze: Gotthard Graubner, Willem de Kooning, Giorgio Morandi, Serge Poliakoff, Jackson Pollock, Mark Rothko, Sean Scully, Clyfford Still, Antoni Tàpies. Von den Bildhauern mag ich vor allem Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely, aber auch Alexander Archipenko, Constantin Brancusi, Alexander Calder, Barbara Hepworth und Henry Moore, um nur einige zu nennen. Einen ganz besonderen "Draht" habe ich zu der Bildhauerin Anna -Maria Kubach-Wilmsen, die zusammen mit Ihrem - leider im Frühjahr 2007 verstorbenen - Ehemann Wolfgang Kubach ganz wundervolle Steinbücher herstellt.
Ich mag vor allem melodischen Jazz und Big-Band-Swing (mein Lieblings-Jazz-Pianist ist der Bretone Didier Squiban), gern höre ich Improvisationen von Keith Jarrett und spätromantische Klaviermusik (vor allem die Russen haben es mir angetan). Dire Straits und Bryan Adams törnen mich an, und zur Entspannung gönne ich mir Paul Simon oder Diana Krall. Die amerikanischen Gitarristen William Ackerman, Robbie Basho und Alex deGrassi versetzen mich mit ihrer Musik in eine meditative Stimmung. Als energetisierend empfinde ich Bluegrass-Musik, speziell von Alison Krauss und der Gruppe Union Station. Im Bereich der Klassik gehört die französische Pianistin Hélène Grimaud zu meinen Lieblings-Künstlerinnen.
Übbrigenz, kennze dehn? "Äh! Ich hap ne Tur inne Tropen gewonn!" - "Nä, wohin denn?" - "Ja, übaall. Bottrop, Castrop, Waltrop. Willze nich mitkomm?"
Verkaufstraining Burkhard Treude, Januar 2012 http://www.b-treude.de